FRoSTA AG – Unternehmensanalyse

Dies ist eine Unternehmensanalyse zur Firma FRoSTA AG (WKN: 606900), welches ein deutsches Unternehmen in der Tiefkühl-Branche (Lebensmittel) mit Sitz in Bremerhaven ist. Alle nachfolgend getätigten Angaben beziehen sich auf das aktuelle Datum der Veröffentlichung und der zu dem Zeitpunkt zugrunde liegenden Informationen.

Kurzporträt der Firma FRoSTA AG

Das Unternehmen besitzt 1118 Mitarbeiter, wovon 874 in den Produktwohnstätten Bremerhaven, Lommatzsch und Bobenheim-Roxheim arbeiten und die verbleibenden 244 Mitarbeiter administrative Aufgaben erledigen. Hinzukommen weitere rund 590 Mitarbeiter im Produktionswerk Bydgoszcz/Polen. Dieses Produktionswerk in Polen ist ein 100 % Tochterunternehmen von FRoSTA AG. Das Unternehmen hat weitere Tochterunternehmen im In- und Ausland, welche aber im wesentlichen operative Aufgaben übernehmen. Außer dem Produktionswerk im Polen und dem Vertrieb in Rom gibt es keine nennenswerten Unternehmensteile. Somit umfasst FRoSTA AG in Summe wohl um die 1800 Mitarbeiter in Europa.

Das Unternehmen wurde 1905 von Adolf Ahlers gegründet und ist heute spezialisiert auf die Herstellung von Tiefkühlprodukten wie Fisch, Fertiggerichte und Gemüse. Das Unternehmen ist hauptsächlich in Deutschland, Österreich, Italien und Osteuropa aktiv.

Das Geschäftsfeld umfasst den Kauf von Lebensmitteln und den Vertrieb an Supermarktketten und Restaurant/Küchen.

Das Unternehmen sitzt nach eigenen Angaben zu 75 % in Deutschland und zu 25 % im Ausland.

Marke FRoSTA – Das Hauptsegment produziert Tiefkühlprodukte mit Fisch, Gemüse und Obst

Marke COPACK – Das Segment für Groß- und Einzelhandel mit der Produktion von Eigenmarken wie Tiko, Elbtal und Biofreeze.

FRoSTA Food Service – Tiefkühlspezialist imd Außer-Haus-Markt und Industrie-Geschäft.

FRoSTA Reinheitsgebot

Das FRoSTA-Reinheitsgebot wurde 2003 für alle Produkte in Deutschland eingeführt. Dies führt zu einem erheblichem Umsatzeinbruch und zu einer gesamthaften schwierigen wirtschaftlichen Zeit des Unternehmens. Das Reinheitsgebot zählt bis heute und garantiert, dass nur nachhaltige Lebensmittel oder die Zugabe von Zusatzstoffen oder Aromen.

Weiterhin möchte FRoSTA Transparenz über die Lebensmittelproduktion schaffen, sodass auf der Website die Standorte der Lebensmittel-Lieferanten werbewirksam dargestellt werden. Ein weiteres Thema in der Nachhaltigkeit sind die Verpackungen, wo FroSTA Zunehmens auf aluminiumfreies, recyclingfähiges Polypropylen bzw. allgemein auf umweltfreundliche Verpackungen setzt.

Unternehmensstruktur

Die FRoSTA AG besteht neben der Firma mit Stammsitz in Bremerhaven aus 10 europäischen Tochtergesellschaften mit einer Beteiligung von 100 % und einem Speditionsunternehmen mit Sitz in Bremerhaven und einer Beteiligung von 33 %. Die Tochterunternehmen sind neben dem Produktionswerk in Polen hauptsächlich Vertriebsunternehmen in den unterschiedlichen Ländern. Das Hauptgeschäft macht die FRoSTA AG, das Werk in Polen und der Vertrieb in Italien.

Die Aktionärsstruktur besteht zu einem großen Anteil aus Familienmitgliedern der Familie Ahlers, dem ehemaligen Gründer des Unternehmens. Dirk Ahlers hält ungefähr 10 % der Aktien und ist gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrates. Felix Ahlers hält 33 % der Aktien und ist gleichzeitig Mitglied des Vorstands. Der Rest ist Free Float und nicht weiter definiert. Man kann aber durchaus von Skin in the Game (Taleb) sprechen.

Besonderheit: FRoSTA AG hat ein spezielles Mitarbeiteraktionärsprogramm, wodurch in den vergangenen 3 Jahren jährlich zwischen 16’000 und 25’000 vergünstigte Aktien an Mitarbeiter ausgegeben wurden.

Entwicklung und Ziele

LEANER, GREENER & SMARTER = das Ziel der Reduktion von Energiekonsum, Reduktion des CO2-Austoßes, sowie auf das Setzen von „grünem Strom“.

Frauen in Führungspositionen = den Anteil der Frauen in Führungspositionen erhöhen, ohne genaue Zielvorgabe.

Gesunheitsmanagement = schon vor Corona wurde das Gesundheitsmanagement eingeführt mit gezielten Maßnahmen (in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen) die Mitarbeiter zu fördern.

Nachhaltigkeit, Umwelt und Soziale Verantwortung sind und bleiben die yentralen Themen bei FRoSTA AG,

Ausbau der Produktionsstätte in Polen. Dies hat 2019 zu erhöhten Ausgaben wie der „deutlich längeren Lernkurve“ mit zusätzlichen Ausgaben von rund 1 Mio. € geführt.

Unternehmenszahlen

Umsatz456 Mio. €
Marktkapitalisierung547 Mio. €
Gewinn vor Steuern38,1 Mio. €
Eigenkapital/-quote180 Mio. € / 54 %
Verbindlichkeiten28,8 Mio. €
Dividende /-rendite1,60 € / 2 %
Ausschüttungsquote 50 % (inklusive Steuern)
Investitionen im Geschäftsjahr12,4 Mio. €
Stand März 2021

Im 10-Jahres-Rückblick ist der Umsatz im Schnitt 3 % p.a. gewachsen, der Gewinn im Durchschnitt 10 % p.a.und Dividende im Durchschnitt um 7-8 % p.a.

  • Das Jahr 2020 war das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Firma FRoSTA AG, nach einem schwachem Corona-Jahr 2019
  • Das Unternehmen hatte seit 2010 keine Verlustjahre und steigert kontinuierlich Gewinn und Dividende
  • Die Firma hat das erfolgreiche Jahr genutzt um stark die Verbindlichkeiten von 55,7 Mio. € im Jahr 2019 zu reduzieren
Fair Value nach Peter Lynch36€
10y DCF 73 – 92€
Bewertung nach DCF und Peter Lynchs Daumenregel

Chancen und Risiken

  • Nachhaltiger Geschäftsfokus, welcher in den kommenden Jahren sich zusätzlich positiv auswirken kann
  • Pflanzliche Alternativen zu Fisch „Fisch vom Feld“
  • solides etabliertes Geschäftsmodell, mit mehr als 10 erfolgreichen Geschäftsjahren
  • starkes Wachstum in einem eher Markt-schwachem Umfeld
  • Potenzial des neu ausgebauten Werkes in Polen noch nicht ausgeschöpft
  • Weitere Reduzierung der Energiekosten durch neuere Technologie steigert Marge
  • solide Aktionärsstruktur
  • Familienunternehmen
  • Konkurrenten sind Nestle, Unilever, Alnatura und Nomad Foods
  • Supermarkt – Eigenmarken und Kosten für Listung
  • mittleres bis hohes Preisniveau
  • Absätze in Küchen und Restaurants niedrig durch Pandemie
  • Imageproblem von Tiefkühlkost vs. frische Lebensmittel
  • Hohes Risiko sind die Rohpreise der Lebensmittel

Nach Angaben von FRoSTA AG ist das Segment FRoSTA in Folge der Corona Krise um 10% gestiegen, während das „Out-of-home“-Geschäft (FRoSTA Food Service) 40% Rückgang verzeichnet. Das Segment COPACK (zusammen mit FRoSTA machen es 80% des Umsatzes aus) verlor 4 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die Konkurrenz

NestleUnileverNomad FoodsFRoSTA
Umsatzwachstum-8,9 %-1,3 %8 %2,3 %
Gewinnmarge4,5 %4,8 %6,1 %6 %
KGV23231515
Stand März 2020

Die Zahlen sollten nur mit Vorsicht betrachtet werden, da der Umsatzrückgang von Unilever durch den Verkauf von Unternehmensteilen resultiert. So muss die Umsatzentwicklung diffizil betrachtet werden. FRoSTA scheint im aktuellem Marktumfeld fair bewertet zu sein.

Fazit und Anregungen

FRoSTA ist aus meiner Sicht als eine langfristige Kapitalanlage geeignet und hat eine etablierte Marktposition. Dirk Ahlers tritt stark in den Fokus und verfolgt mit seinen klaren Ansichten und Ideen ein langfristiges Unternehmensziel. Den eigenen Anspruch im Sinne von Nachhaltigkeit, Transparenz und Umweltfreundlichkeit hat er konsequent in das Unternehmen übertragen. Es empfiehlt sich einmal Dirk Ahlers zu googeln.

Im Sinne des Investierens ist FRoSTA interessant, weil es ein langweiliges Geschäftsmodell mit soliden Gewinnen und einer soliden Firmenstruktur ist. Die Volatilität ist sehr gering und hat mit der hohen Eigenkapitalquote und den wenig Verbindlichkeiten eine stattliche Bilanz.

Von einem weiteren Trend nach ESG Fonds, Nachhaltigkeit und transparenten Lebensmitteln kann FRoSTA profitieren. Auch die Lebensmittelampel, welche in Deutschland im Gespräch ist und Dirk Ahlers als nicht sinnvoll erachtet, kann die gute Marktposition von FRoSTA stärken.

Großes Risiko besteht bei den Lebensmittelpreisen, welche von Wetterperioden abhängig sind, können sich negativ auf die Bilanz auswirken. Auch das mittlere Preisniveau im Vergleich zur Konkurrenz kann langfristig nachteilig sein.

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