Warum Gold und TIPS den besten Schutz vor fallenden Aktienmärkten bietet

(Why gold and TIPS the best protection for a falling stock markets – author Randall W. Forsyth – veröffentlicht bei http://www.barrons.com)

TIPS sind inflationsgeschützte Staatsanleihen (treasury inflation protection securities).

Es sind verrückte Zeiten, vor allem umso mehr Jahre vergehen. Die 5 Monate seit dem Barron`s (Finanzzeitschrift von Dow Jones) seine Büros in Manhattan geräumt haben, fühlen sich wie eine Ewigkeit an. Die 4 Jahrzehnte am Finanzmarkt hingegen waren schnell verflogen.

Die Spannweite der US-Leitzinsen lagen zwischen den historischen höchsten im Jahr 1980 und dem derzeit nicht vorhersehbaren niedrigem Level. Vor 40 Jahren herrschte ein Sentiment mit zweistelligen Zinsraten. In den Anleihen waren die Erwartungen eingepreist eines Bärenmarktes, dessen Probleme bis zum 2. Weltkrieg zurückreichten. In dieser Zeit haben sich die Zinsen von 2,5% versechsfacht und damit die Anleihenpreise verprügelt. Der Schaden war verknüpft mit einer Auswaschung der Inflation.

Heute sehen wir den Spiegel davon. Extrem niedrige Zinsen sind heute normal und werden als beständig betrachtet. Diese Erwartung wird durch Investoren geformt und gefestigt, deren Erfahrung keine 40 Jahre zurückreicht.

Sie sind in einer besonders ungewöhnlichen Zeit in der Zinsen immer gesunken sind, regelwidrig aber konsistent. Anleihen haben dadurch nicht nur gute zuverlässige Renditen abgeworfen, sondern sind auch noch im Wert gestiegen.

Aber jetzt sind Anleihen auf ein Minimum gefallen. Eine 10-jährige US Anleihe garantiert 0,5% und eine 30-jährige US-Anleihe bietet etwas mehr als 1%. Das hat eine große Auswirkung für Portfolio Manager, meint Bob Prince (co-chief investment officer bei Bridgewater).

Nicht nur das Anleihen nahezu 0% Rendite über ihre Laufzeit bringen, sie haben auch noch keinen Spielraum mehr zu fallen (Bob Prince denkt, dass die Fed nicht wie Japan und Europa negative Zinsen einführt). Dies lässt Anleihen nur eine geringe Möglichkeit für eine Anleihen-Rally bei wirtschaftlichen Abschwung, welche das Risiko im Portfolio diversifiziert. Prince sagt, dass eine Balance im Portfolio wichtig ist, welche normallerweise 60% Aktien und 40% sichere Anlagen mit fester Rendite.

Nichtsdestotrotz, sinkende Leitzinsen steigern den Wert von zukünftigen Cashflows von Investitionen- wie Aktien. Selbst in einer Rezension können niedrige Leitzinsen die Auswirkungen niedriger Cashflows ausgleichen. Letztlich ist das Senken des Leitzinses das Hauptwerkzeug der Zentralbanken um die Wirtschaft auf Schwung zu bringen in Schwächephasen. Bei 0% hat die Fed aber diese Macht verloren die Leitzinsen weiter zu senken.

Die 60/40 Formel hat gut in den inflationshemmenden Zeiten funktioniert, beobachtet Prince. Aber Sie funktioniert schlecht in inflationären Zeiten, weil unter steigenden Preisen beide Anlageklassen verlieren. „Wenn du zum Beispiel die ‚40‘ von nominalen Staatsanleihen in inflationsgeschützte Anlagen gewechselt hättest, hättest du in den letzten 60-70 Jahren besser getan mit mehr beständigen Renditen.“ sagte Prince.

Ein anderer Hauptunterschied ist, dass die Geldpolitik den Fokus wechselte vom Versuch die Inflation nach oben zu deckeln hin zu die Inflation nach unten zu deckeln. Es gibt aber keinen Boden für Anleihen-Renditen.

Die nominale Anleihen-Rendite ist gleich der Realrendite plus die antizipierte Inflation, postulierte Irving Fisher vor einem Jahrzehnt. Also wenn die 10-jährigen Staatsanleihen bei 0,5% bleiben (wovon die FED vor kurzem eine Billion in neuen Anleihen emittierte) während die Inflationsrate steigt, dann fallen die Realerträge. Die Realrendite der 10-jährigen inflationsgeschützten Staatsanleihe ist auf -1,1% gefallen, ein Rekordtief, als die Inflation auf 1,6% gestiegen ist.

Das Hauptargument von Prince ist, dass inflationsgeschützte Anlagen keinen Boden haben, somit können zum Beispiel die 10-jährigen TIPS auf -2% fallen. Die Fed zeigt mit Ihren Worten und Handlungen, dass Sie die Zinsen niedrig halten wollen, solange die Arbeitslosigkeit hoch ist wegen der Corona Krise.

Diese konjunkturbelebende Politik kann sich in vielen Bereichen manifestieren. Wenn die übermäßig produzierte Liquidität durch die Zentralbank ihren Weg zum Konsum findet, kann dies die Inflation steigern (die Umlaufgeschwindigkeit erhöht sich und durch die erhöhte Geldmenge steigert sich die Inflation). Wenn die übermäßige Liquidität nicht ausgegeben wird, kann diese in die Anlagenpreise fließen. Ein Nutznießer kann Gold sein, der traditionelle Vermögenswert bei monetärer Inflation.

Für die ‚60‘-er Position sollten Firmen bevorzugt werden, welche erfolgreich den Weg durch die Corona-Krise schaffen – diese können auch ein Vermögenswert sein. Diese können zum einen Konsumgüter sein und zum anderen „große Innovatoren“, mit hohen Gewinnmargen, mit der Möglichkeit ein Einnahmeausfall zu überstehen, sowas wie Mega-Technik Aktien – Prince erwähnte dazu Apple und Microsoft.

Diese zwei Anlagen sind Langzeitinvestitionen, welche überleben können. Im Kontrast tickt die Uhr für Kurzzeitinvestitionen mit geringen Margen und zyklischen Phasen wie der Luftfahrtbranche oder die Autoindustrie.

Letztlich sagt Prince, ist globale Diversifikation wichtiger denn je. China und gesamt Asien wendet sich nach inneren Angelegenheiten und wird zu einem dritten wirtschaftlichen Block, welcher immer weiter unabhängig von USA und Europa wird. Chinas Geldpolitik wird immer unabhängiger, so wie sich Ihre Währung nicht mehr länger am US-Dollar orientiert. Chinas Leitzinsen sind auch höher, mit Anleihen-Renditen von 3%. Im Endeffekt wird Asien weniger stark mit der USA korrelieren und damit die Diversifikationsmöglichkeiten verbessern.

Zum großen Teil war die 60/40 Strategie in den letzten 4 Jahrzenten vorteilhaft, aber die Zeiten ändern sich. Es ist wahrscheinlicher, dass die Anleihen-Renditen über lange Zeit wieder steigern werden. Dies wird die jetzigen Anleihenpreise drücken, während Politiker zu einer höheren Inflation ermutigen. Das sorgt dafür, dass inflations-sensitive Anlagen wie Gold und TIPS ein Aktiendepot besser absichern.

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