Villeroy & Boch AG – Unternehmensanalyse

Villeroy & Boch AG – Unternehmensanalyse

Unsere Kompetenz: Keramik – Seit 1748 bringt Villeroy & Boch mit innovativen und hochwertigen Produkten Kultiviertheit und Stil in das Leben der Menschen.

So wirbt Villeroy & Boch AG auf der Unternehmenswebsite

Die Villeroy & Boch AG ist ein international aufgestellter Hersteller und Vertreiber von Keramikprodukten für Bad, Wellness und Tischkultur. Der Fokus von Villeroy & Boch liegt aktuell in Deutschland und Europa. Das Geschäft des Konzerns reicht von der Entwicklung, der Produktion, dem Vertrieb. Die Daten beziehen sich auf Vielleroy & Boch AG (WKN 765723) und dem Geschäftsbericht von 2020.

Kurzporträt der Villeroy & Boch AG

Der Keramikproduzent Villeroy & Boch bietet Planern, Bauherren, Architekten und Innenarchitekten Komplettlösungen für ihren Einrichtungs- und Ausstattungsbedarf. Das Produktangebot umfasst unter anderem Badarmaturen und Kücheneinrichtungen. Villeroy & Boch vermarktet die Einrichtungspakete durch Ausstellungen bei den Marktpartnern in Handel und Handwerk, die in kompletten Raumsituationen wie Bad, Küche, Wohn- und Essbereich präsentiert werden. An 13 Produktionsstätten in Europa und Thailand fertigt Villeroy & Boch komplette Einrichtungen für Bad und Küche. Aus Eigen- sowie Auftragsfertigung werden angeboten: Sanitärgeräte wie Waschbecken, WCs, Bidets, Urinale, Duschwannen, Armaturen, Dusch- und Badewannen aus hochwertigem Kunststoff, keramische Küchenspülen, Bad- und Küchenmöbel, Bad-Accessoires (Spiegel, Leuchten, Duschabtrennungen) sowie Bad-Textilien. Durch eigene Vertriebsgesellschaften und Importeure ist das Unternehmen in 125 Ländern der Erde vertreten.

Firmensitz ist in Metlach – Deutschland.

Konzernstruktur

Die Eigentümer der Villeroy & Boch AG sind nicht eindeutig erkennbar. Immer wieder tauchen folgende Namen auf, wenn es um Geschäfte und Vorstandsposten bei Villeroy & Boch geht.

Das ist zum einem die Familie Boch-Galhau mit Michel von Boch-Galhau, der sowohl als Hauptaktionär als auch Fotograf in Erscheinung tritt, Wendelin von Boch-Galhau und Luitwin Gisbert von Boch-Galhau, welche in der Vergangenheit starke Positionen im Konzern einnahmen.

Die Elsässer-Familie Villeroy de Galhau tritt als Miteigner auf und ist auch heute noch mit Dominique Villeroy de Galhau im Aufsrichtsrat vertreten. François Villeroy de Galhau, welcher auch von der Familie Villeroy de Galhau abstammt, ist wie sein Vater in die Bankenbranche eingetreten und heute als hoher Staatsbeamter in Frankreich bekannt.

Die Stammaktien der Villeroy & Boch AG sind nicht an der Börse handelbar. Die einzige Partizipation besteht durch die handelbaren Vorzugsaktien. Vorzugsaktien haben keinerlei Stimmrecht bei der Hauptversammlung und sind bei Villeroy & Boch mit einer erhöhten Dividende von ~5 % abgegolten. Die Aktionärsverteilung der Vorzugsaktien ist dennoch nicht uninteressant.

Aktuell existieren 14 Millionen Stammaktien und 14 Millionen Vorzugsaktien.

Im Aufsichtsrat finden sich von beiden Aktionärsfamilien Vertreter wieder, sodass auch von Skin in the game gesprochen werden kann.

Produktionsstandorte der Villeroy & Boch AG

Neben den Produktionsstandorten in Europa und Thailand sind weitere Vertriebsunternehmen mit der Villeroy & Boch AG verbunden. In Summe ergeben sich 54 Unternehmen, die mittelbar und unmittelbar verbunden sind. Tochterfirmen sind dabei Ucosan, Mondial, Keraco und Heinrich Porzellan.

Entwicklung und Ziele

Die Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation bilden nach Angabe der Villeroy & Boch AG die Basis für den langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
Einschließlich der Designentwicklung hat die Villeroy & Boch AG im Geschäftsjahr 2020 im Villeroy&Boch-Konzern 15,2 Mio. €
(Vorjahr gesamt: 16,6 Mio. €) in Forschung und Entwicklung investiert. Hiervon entfielen 11,5 Mio. € (Vorjahr gesamt: 12,2 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Bad und Wellness sowie 3,7 Mio. € (Vorjahr gesamt: 4,4 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Tischkultur.
Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten konzen-
trierten sich im Geschäftsjahr 2020 auf die kontinuier-
liche Weiterentwicklung unserer keramischen Werkstoffe,
Produkte und Fertigungstechnologien.

Unternehmenszahlen

Umsatz800 Mio. €
Marktkapitalisiserung615 Mio. €
Jahresüberschuss nach Steuern13,4 Mio. € / 0,83 €
Eigenkapitalquote27,5 %
Verbindlichkeiten260 Mio. €
Dividende/-rendite0,55€ / 2,5%
Ausschüttungsquote
Investitionen 2020 / 201915 Mio. € / 16 Mio. €
Zahlen 2020 der Aktie

Die Nachfolgende Grafik zeigt die Umsatz, Gewinn- und Dividendenentwicklung der Villeroy & Boch AG seit 2014.

Das Umsatzwachstum ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Der Gewinn und die Dividende sind durchschnittlich gewachsen.

Das Unternehmen schüttet regelmäßig großteils seines Gewinnes an die Aktionäre aus und hat eine solide Eigenkapitalquote.

Villeroy & Boch AG hat 2021 ungefähr 700 Mitarbeiter in Folge der Krise abgebaut.

Über 70% der Aktivitäten bauen auf dem Bereich Bad & Wellness auf, die restlichen Aktivitäten auf dem Bereich Tischkultur.

Konkurrenten am Martk sind die Duravit AG (Aktie nicht frei handelbar), Geberit (Sanitärtechnik spezialisiert), Scherzer AG (Luxussegment) und weitere. Für einen direkten Branchenvergleich gibt kaum direkte Vergleichsaktienunternehmen, deren Zahlen herangezogen werden können. Teilweise kann man einen Hilfsvergleich mit der Bauproduktebranche ziehen.

Ausland

4500 Mitarbeiter der rund 7000 Mitarbeiter der Villeroy & Boch AG sind außerhalb Deutschlands angestellt.

550 Mio. € Umsatz des ungefähr 800 Mio. € Gesamtumsatzes erzielt die Villeroy & Boch AG außerhalb Deutschlands.

Damit liegen gut zweidrittel der Geschäftstätigkeit von Villeroy & Boch AG im Ausland. Diffiziler untergliedert das Unternehmen ihre Aktivitäten und Erlöse nur geringfügig in den Geschäftsberichten.

Risiken/Chancen und Fazit

Das Unternehmen hat einen klaren Unternehmensfokus.

Eine einfache und klare Aktionärsstruktur – Familienunternehmen.

Einfache und klare Konzernstruktur.

Das Unternehmen kann über 10 Jahre Gewinne ausweisen.

Das Unternehmen hat sich erfolgreich durch die Krise bewegt!

Hauptinvestoren ist im Aufsichtsrat aktiv (skin in the game).

Bei kaum steigendem Umsatz erzielte Vielleroy & Boch AG steigende Gewinne in den vergangenen Jahren.

Das Geschäftsmodell ist leicht zyklisch.

Die Eigentümerfamilien sind sehr undurchsichtig, unterhalten mehrere Schlösser und Anlagen und deren Familieninteresse und Strategie ist nicht nachvollziehbar.

Bernd

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